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Vernunft contra Perfektion

Vor etwas mehr als einem Jahr hat die dänische Firma Phase One dazu entschieden, die 645DF+ Kamera (Body!) des aufgekauften Herstellers Mamiya nicht mehr weiter zu entwickeln. Für viele Jaher gab es neben Hasselblad und Mamiya nicht viele Hersteller, die den High-end Markt der Kameraboliden beherrschten.

Ich habe es schon gewußt. Der Fotograf macht das Foto. Nicht die Kamera der Marke XY, noch das restliche “Drumherum” machen außergewöhnliche Fotos. Doch genau die will ich doch erstellen. Und meine Ausrüstung ist im Grunde doch wirklich überdurchschnittlich hochwertig und zukunftssicher.

Und doch folgte ich mal wieder dem Ruf der Wildnis und reiste zu einem Event nach Essen, wo ich doch eigentlich eher Statist (will nur macl gucken) sein dürfte. Hier gab es eine Präsentation des neuen Phase One Systems in einem renomierten Fotofachgeschäft am Rande der Fußgängerzone (Danke an Thomas von Calumet). Bestenfalls käme hier ein Bericht für meinen Fotoblog heraus, doch das Fachpublikum für das Thema Mittelformat ist doch eher elitär und rar gesät. Was kann ich denn dafür, daß mich vor Jahren die Mittelformatfotografie so derart angefixt hat? Eben. Nichts. Ich bin sozusagen unschuldig im Sinne der Anklage.

Wie man sich selbst austrickst

Als regelmäßiger Besucher ist es sicherlich bekannt, daß mein “Schatz” des Fotoequipments immer die Phase One ist. geht es um echte Motivarbeit – sei es in der Landschaftsfotografie und erst recht bei Portraits – dann greife ich immer zu diesem Monster an Kamera. Ja, es ist mordsschwer und ein stückweit unhandlich (gemessen an eienr MFT), doch was dann am Ende rauskommt ist über jeden Zweifel erhaben. Da geht es nicht allein um Megapixel oder Dynamikumfang. da geht es um ein sinnliches Fotoerlebnis, welches bis hin zur Bildnachbearbeitung qualitätssicher Ergebnisse liefert, die einfach umwerfend sind.

Das ist keine Selbsthypnose, sondern tatsächlich erlebbare Fotowelt. Und jetzt kommen auch gleich die Gegenargumente aus dem Bereich des Hinterkopfes angeflogen: “Muß man denn sowas haben?” oder auch “mit preiswerteren Kameras macht man auch gute Bilder” und noch jede Menge wirklich guter Argumente. Und schlimm ist es ja: Sie haben alle RECHT.

Wer kennt es nicht? Diese Streitkultur beim Kauf eines heiß ersehnten Gerätes? Ganz gleich, ob es um das neue Mobiltelefon für über 1.000 € geht oder ein absolut notwendiger Aufsitzrasenmäher für 150 qm Rasenfläche. Wenn es um Technik geht, sind wir Männer irgendwie “baumarktgeschädigt” – und haben noch Spaß daran.

Wie kann man dem Wahnsinn entrinnen?

Ich sage es gleich und unverblümt. Keine Ahnung. Irgendwann kippt man alle Argumente über Bord und folgt “dem Herzen”.  Vernunft ist relativ und wenn eine Sache LANGFRISTIG Freude macht, dann neige ich dazu, dem Drang nachzugeben. Natürlich muß der finanzielle Rahmen irgendwie passen – Wahnsinn darf hier nicht das Ruder übernehmen. Und Schulden machen für Späßchen ist keine Option. Never.

Tja, und so habe ich (fast spontan) die Gelegenheit genutzt und wandelte mich vom Statisten zum Akteur. Ein Upgrade war aus diversen Gründen schon länger “notwendig” (okay, sagen wir mal gewünscht) und dummerweise ergab sich hier eine unglaubliche Gelegenheit, die ich vorher nicht zu hoffen gewagt hatte.

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Der Schritt in die XF-Welt

Vor etwas mehr als einem Jahr hat die dänische Firma Phase One dazu entschieden, die 645DF+ Kamera (Body!) des aufgekauften Herstellers Mamiya nicht mehr weiter zu entwickeln. Für viele Jaher gab es neben Hasselblad und Mamiya nicht viele Hersteller, die den High-end Markt der Kameraboliden beherrschten.

Wie man an der Entwicklung der Kamerarückteile schon erkennen konnte, hat sich auch hier Phase One mächtig ins Zeug gelegt und eine vollkommen neue Kamera entwicket, die dem professionellen Workflow und und den allerhöchsten Ansprüchen an Bildqualität gerecht werden sollte.

Exkurs

Immerhin hat sich das Kleinbildformat mittlerweile stark den Möglichkeiten des Mittelformats genähert und m.M. nach die Grenzen des Machbaren schon überschritten. Hier hat die Physik ihre Grenzen erreicht und das Marketing versucht den Markt auszupressen.

Doch wird das Mittelformat den Profimarkt vermutlich recht bald überschwemmen. Relativ “preiswerte” Angebote von Fuji und Pentax liegen schon vor und sind durchaus als praxistauglich anzusehen.

Was kann denn “die Neue”?

Wie gesagt handelt es sich hier um eine komplette Neuantwicklung. Somit entfällt das gewohnte Handling – aber auch “Altlasten”. Zur Entspannungspiele ich hier mal ein kleines Video ein, wo das konzeptionelle Prinzip der Mittelformattechnik gezeigt wird. Special effects und schenlle Schnitte habe ich mir hier bewußt verkniffen … trotzdem: Viel Spaß.

Sachliche Argumente für das Upgrade

Die großen Neuerungen möchte ich hier einmal in aller Kürze aufführen. Warum also ist die Phase One XF nun der Phase One (Mamiya) 645DF+ so überlegen?

  1. Zunächst einmal ist es ein echter Fortschritt, daß der Blitzauslöser in der Kamera eingebaut worden ist. Leider braut hier ja jeder Hersteller sein eigenes Süppchen, doch die Entscheidung für das System von PROFOTO war absolut gerechtfertigt. Zwar konnte man ja auch andere systeme auf den Blitzschuh stecken, doch hat Profoto als Einziger (meines Wissens) es geschafft, die Blitzsynchronisationszeit von 1/1.600tel zu liefern. Mit den richtigen Blitzen ist das “eine Macht”.  Professionelle DSLRs schaffen hier maximal 1/250tel oder weniger. Für viele Anwendungen durchaus genug, doch bei Bewegtbildern ist die Verkürzung grandios.
  2. Viele Einstellmöglichkeiten sind nun auch über ein kameraeigenes Display (oben auf dem Body) anzuwählen. Es ist so vielfältig, daß man sich daran erst gewöhnen muß. Wenns dann läuft, dann läufts.
  3. Jetzt hat die Kamera auch eine elektronische Wasserwaage eingebaut. Für Landschaften, Architektur u.a. Motive unabdingbar.
  4. Eine echte Innovation ist der Verwackelungsschutz. Tatsächlich wurde ein Gyro eingebaut, der diee leisesete Erschütterung registriert und … wenn gewünscht … eine Auslösung verhindert. Wenn es auf perfekte Schärfe ankommt ein Feature, welches Zeit und somit Geld sparen kann.
  5. Durch regelmäßige Upgrades können weitere Features implementiert werden, die den Workflow erleichtern oder Funktionen optimiert. Man muß nicht eine neue Kamera kaufen – wer hat denn sowas im DSLR-Bereich?
  6. Hyperfokale Punktkalibrierung ist nun Sache der Kamera. Im Lieferumfang des Kamerabodies ist auch eine Kalibriertafel enthalten, so daß für jedes Objektiv ein Profil erstellt werden kann.
  7. Histogramm in der Kamera angezeigt
  8. Fokus-Step im Live-View möglich. Volle Kontrolle der Kamera über Capture One Pro möglich (Software ist für Phase One Kameras kostenfrei, nur für Fremdsysteme wäre eine Kauflizenz erforderlich)
  9. Da diese Kamera ständig weiter entwicket wird, ist diese Liste nie so richtig fertig … aber das ist halt die schöne neue Welt von Phase One …
Phase One 645 DF+

 

Phase One XF
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Comments (2)

Vielen Dank für den Bericht, lieber Holger.

Es war mir ein Anliegen 😉

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