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Tipps zum Umgang mit Farbe

Grade der Perfektionist leidet so manches mal an sich selbst und seinen Vorstellungen von Farbeechtheit und der damit verbundenen Bildwirkung.

Grade der Perfektionist leidet so manches mal an sich selbst und seinen Vorstellungen von Farbeechtheit und der damit verbundenen Bildwirkung. Nun können wir ja recht wenig daran tun, was uns im Web so alles vorgesetzt wird. Selbst Berufsfotografen haben zum Thema unterschiedlichste Einstellungen und neulich hat sogar ein bekannter Bildbearbeiter und Fotograf Monitore empfohlenen, die selbst der Hersteller nicht für Fotografie anpreist. Da kamen wir doch wirklich Zweifel.

Die Zielsetzung

Foto: Holger Reich, Wupperfotografie

Ich möchte gerne auf meinen Rechnersystemen den größtmöglichen Farbraum darstellen können UND dann auch sehen können. Oft liegen die Feinheiten eines Fotos ja in den Nuancen und nicht in der plakativen Wirkung (was bei Modebildern m.E. aber durchaus gewollt zu sein scheint). Solange meine Fotos in meinem Einflussbereich sind, will ich alles daran setzen (solange es bezahlbar bleibt), diese der bestmöglichen Bearbeitung zuzuführen, die durch meine Hände möglich ist.

Meine Maßnahmen

Bevor ich anfange mit irgend welchen anderen Dingen, gibt es ein paar einfache Möglichkeiten, hier ein größtmögliches Maß an Objektivität ins Spiel zu bringen. JA, ein kalibrierte Monitor sieht nicht so “schön” aus, wie die “alten” Einstellungen. Doch ist dies vielmehr eine Frage der Gewöhnung – eröffnet aber mehr Möglichkeiten und steigert die Qualität.

Tipp Nummer Eins

Neutrales Grau unter jeder beliebigen Lichtsituation. Aufgrund der Verwendung in der Digitalfotografie besitzt die Graukarte einen Remissionsgrad von 25%. Dies entspricht dem mittleren Grau im standardisierten Offsetdruck mit L*= 60

Zuallererst lösche ich die üblichen Hintergrundbilder. So schön es auch ist, so beeinflussen diese doch unbewusst mein Farbsehen.

Stattdessen setze ich meinen Hintergrund auf ein einheitliches Grau. Hier kann man das Bild einer Graukarte aus dem Web nehmen – gute Beispiele gibt es zuhauf – oder aber man setzt ein eigens Farbprofil fest.

Für einen RGB-Bereich setze ich für jede Farbe den Wert 128 und erhalte das gewünschte Grau, wie es im Beispielsfoto von mir einmal angefertigt). Diese Maßnahme kostet nichts und ist dennoch eine großartige Hilfe.

Tipp Nummer Drei

Ein Colorimeter wirkt Wunder – hier: Spyder 3[/caption]Es hilft ja nix, aber irgendwann muß man dann doch etwas investieren. So habe ich mir vor Jahren einen Colorimeter gekauft, der meine Grafikkartenausgabe kalibrieren kann.
Meine Wahl fiel damals auf den SPYDER 3, der auch heute noch zum Einsatz kommt. Diese Kalibrierung muß man zwar immer wieder wiederholen, doch es lohnt sich. Ich kann mir sicher sein, daß ich einen identisches Druck von meinem Lieferanten bekomme. Für eigene Ausdrucke verwende ich ICC-Profile.

Tipp Nummer Zwei

Als Nächstes sorge ich für eine neutrale Lichtumgebung. Es fällt kein Fensterlicht mehr auf den Monitor und durch ständig wechselndes Sonnenlicht werde ich nicht abgelenkt. Will ich konzentriert Bilder bearbeiten, dann lasse ich das Rollo ein Stück hinunter und sitze so in einem gleichmäßigen Halbdunkel. Für die Dauer wäre das nichts für mich – ist aber bei Bildbearbeitung eine Hilfe.

Tipp Nummer Vier

Da der Kauf eines Monitors anstand, habe ich mich dafür entschieden, hier lieber ein wenig zu sparen und dann einen Hardwarekalibrierbaren Monitor von der Firma EIZO zuzulegen. Soweit ich es absehen kann, gibt es da wohl nur zwei Hersteller, die sich den Markt quasi aufteilen. EIZO und NEC schenken sich da wohl nicht viel. Im Unterschied zur Softwarekalibrierung findet die Hardwarekalibrierung im Monitor statt und wird auch dort regelmäßig mit eigenem Sensor geprüft. Wer sich hier näher informieren will, der kann sich online von Eizo beraten lassen. Unter dem Link http://www.eizo.de/produktberater.html kann man sein eigenes Profil vorgeben und erhält mögliche Monitorvorschläge (auch gleich mit Preisvorgaben).

Tipp Nummer Fünf

Vielleicht das Wichtigste zum Schluß? Was nützen die besten Monitore und Einstellungen, wenn das Ausgangsmaterial nicht mitspielt?
Darum fotografiere ich (fast) immer im jeweiligen RAW-Format der Kamera, verwende oft eine Graukarte und/oder eine Farbtabelle und die vorhandenen Lichtsituationen festhalten zu können. Dieses Feintuning kann ich daheim am Rechner dann bestens übernehmen (wenn ich will). Hier dann trotzdem meinen eigenen Look drüberzulegen kann ich immer noch entscheiden – doch weiß ich immer, was ich tue und wo noch Reserven sind.

Soweit also meine eigene Arbeitsweise. Ich lerne ständig dazu und werde vielleicht niemals der perfekte Bildbearbeiter sein, doch das Streben nach wirklich gutem (handwerklichen) Material hat für mich ebenso einen Wert. Und wie hält du es mit dem Farbmanagement?

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