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Phase One XF – Teil 1 – Die Vorstellung beginnt

Was soll ich sagen? Ich kann einfach nicht anders. Ich mußte einfach mal (unverbindlich!) schauen, was die NEUE denn nun wirklich kann. Die Rede ist von der (nun nicht mehr ganz) neuen Phase One.

Vorwort

Was soll ich sagen? Ich kann einfach nicht anders. Ich mußte einfach mal (unverbindlich!) schauen, was die NEUE denn nun wirklich kann. Die Rede ist von der (nun nicht mehr ganz) neuen Phase One. Die Phase One 645er-Serie ist ja in die Jahre gekommen und waren ja auch “nur” die Übernahme der alt bewährten Mamiya 645. Entstanden aus dem Mamiya Mittelformat 6 x 4,5 cm Rollfilm-Kameras waren die Bodies hervorragende Begleiter auch für die digtalen Rückteile des dänischen Herstellers Phase One. Und so gab es eine ganze Zeitlang zwei Marken parallel innerhalb der Phase One Gemeinschaft.

Vor einem Jahr noch hochmodern – heute immer noch gut

Und jetzt gibt es einen Nachfolger für die 645 DF+ in Form der Phase One XF. Und bei der Gelegenheit wurde auch gleich der umfangreiche Objektivpark und die Rückteile (kurz: Backs) umgestellt und teils komplett neu entwickelt. Doch anfangen möchte ich mit der Kamera; dem Rückenmark des Phase One Systems.

Bevor diese Diskussion wieder losgeht: Natürlich macht so eine Kamera nicht automatisch bessere Bilder. Und JA, es ist sogar schwieriger mit solch einem Boliden gute Bilder zu schießen. Wie leicht hat  man die Kamera verwackelt – und bei 100 Megapixel verzeiht das Foto nichts mehr. Auch wenn scharfe Fotos aus de Hand mit 1/60tel Sekunde möglich sind, Da kann man besser mit seinem Handy knipsen und erhält durchaus gute Fotos, die für das Internet oder kleine Familienalbum durchaus schön sein können. Auch eine Phase One, die zweifellos zur technischen Elite der Kamerasystemhersteller gehört, macht niemanden zu einem guten Fotografen. Doch ich sage auch: Wer ein gutes Auge hat, wer Wert auf allerhöchste technische Qualität seiner Bilder legt, der kommt automatisch zu Phase One. Ob man sich das dann leistet, ob kann oder möchte, das kann jeder für sich entscheiden.

Die Beitragsreihe wird nicht durch Werbung oder Bezahlung gesponsert und stellt ausschließlich die private Meinung und Einsicht des Autors dar. Irrtümer vorbehalten. 🙂

Zum Konzept

Vorab: Ich kann und will hier nicht alles zur Kamera sagen. Doch auf der Website des Herstellers gibt es tonnenweise Informationen in Videoform und Tabellen, die fast alle Fragen beantworten können. Ich möchte viel lieber die Sternchen für uns “Normalfotografen mit “Qualitätsfreakismus” herauspicken und auf meinen persönlichen Eindruck eingehen.

Bei der Konzeption ist sich Phase One (glücklicherweise!) treu geblieben. Sogar abwärts kompatibel ist man geblieben, obwohl hier der radikale Schritt ebenfalls denkbar gewesen wäre. Vielleicht gibt es in er Zukunft ja diesen Schritt, indem dann die Sensorgröße auf das volle Vollformat der Mittelformattechnologie gehoben wird. Ein Sensor im Format 6 x 7 Zentimeter wäre eine wahre Revolution – ist aber noch nicht in Sicht. Aber zurück zum Kamerakonzept.

Wie zuvor besteht eine Kamera immer noch aus dem Kamerabody, dem jeweiligen Wechselobjektiv und dem “Masterhirn” – dem Rückteil mit reichlich Elektronik und dem Sensor. Somit gibt es zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten der Rückteile und der Objektive, so daß nahezu jede Aufnahmesituation bedient werden kann.

Neu ist jetzt aber die Einbindung des Blitzauslösers in den Kamerabody. Allerdings funktioniert dies offenbar nur mit der Marke PROFOTO. Da ja jeder Hersteller von Blitzsystemen sein eigenes Süppchen kocht, wird sich dies auch nicht so schnell ändern. Allerdings muß man hier auch gleich dazu sagen, daß die Blitzsysteme aus dem Hause PROFOTO wohl auch einzigartig in ihrer Leistung sind. So kann man hier getrost Studioaufnahmen machen mit einer Blitzsynchronzeit von 1/1.600tel – meines Wissens ist das einzigartig. Kleinbildkameras behelfen sich hier zwar mit HSS und anderen Techniken, doch bedient man sich hier einer Art Stroboskoptechnologie, die in kürzer Abfolge eine Serie von Bltzen erzeugen, was zu einer Leistungskurve führt (aber hier haben wir ein neues Thema).

Eine weitere Neuheit ist hier die Bedienung über zwei Touchscreens. Eines ist am Digital-Back und neu ist der zweite Touchscreen auf dem Kamerabody. Über Knöpfe, Wahlräder oder auch via Touchscreen kann man hier jederzeit seine Einstellungen vornehmen. Für mich eine angenehme Sache, weil man die  Kamera bequemer bedienen kann. Man bekommt mehr Raum für das eigentliche Motiv.

Auffällig allerdings ist die große Zahl der Einstelloptionen. Einerseits eine Verbesserung – andererseits aber auch wieder mögliche Fehlerquellen. Wird die Kamera immer mehr zum Computer? Hier hatte ich schon meine liebe Not bei der OM-D von Olympus – die aber noch mehr vollgestopft ist an Menüs und Untermenüs (Herr Pohlmann möge mir diesen unwürdigen Vergleich verzeihen 😉 )

In Ermangelung eines Fotos vom Lichtschachtsucher hier ein Foto von der Webseite Phase One

Was für mich ein absolutes Hit ist, daß wir hier einen Lichtschachtsucher (optional) einsetzen können. Fotografen, die mal z.B. mit einer Mamiya RZ67 arbeiten konnten, wissen wie angenehm die Arbeit sein kann. Gewöhnungsbedürftig ist natürlich die spiegelverkehrte Arbeit – doch den Dreh hat man schnell raus. Vorteile sind hier a) Die Bildachse liegt automatisch tiefer und man muß sich nicht hinknien oder setzen, um die Bildachse auf “Bauchnabelniveau” zu bringen. Man schaut von oben in die Kamera und macht sein Bild. Und genau DA ist der zweite Vorteil: Das Model fühlt sich unbeobachtet und nicht angestarrt, was grade bei Menschen mit Fotophobie 😉 eine gründliche Hilfe sein kann.

Ein weiteres Feature beschreibt Phase One wie folgt: Eines unserer neuesten, fortschrittlichsten und vielseitigsten Features ist sicherlich der elektronische Verschluss, welcher in der Welt der Mittelformatfotografie übrigens der erste seiner Art ist. Dadurch ist es mit dem IQ3 100MP Kamerasystem oder einer angeschlossenen technischen Kamera möglich, absolut erschütterungsfrei zu fotografieren. Die elektronische Verschlusssteuerung bietet in einer Vielzahl von Aufnahmesituationen enorme Vorteile und erweist sich unter anderem bei der Arbeit mit eingeschaltetem Live View und technischen Kameras als besonders nützlich. 

Eine ALPA wäre also nützlich (und super chic), aber die hab ich nicht und so bleibt mir der Vorteil leider versagt. Aber wer nützt die Möglichkeiten seiner (modernen) Kamera schon halbwegs aus?

Ein kleines Video (engl.) zum Thema findest du hier:

https://youtu.be/Ka_7evlw98c

In den folgenden Teilen werde ich einzelne Features vorstellen und wie ich damit so umgehen konnte. Usability und Bildqualität einmal losgelöst von der Geldbörse betrachten – einfach, um zu zeigen, was so möglich ist. Man darf ja noch träumen … und wer weiß, vielleicht ergibt sich ja einmal die Möglichkeit … 😉

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