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Die perfekte Landschaftsaufnahme

Es hat sich wohl schon herumgesprochen: Perfekt gibt es einfach nicht. ABER man darf versuchen , sich daran zu orientieren. Und dazu gibt es Regeln, die man kennen sollte, Techniken, die beherrscht sein wollen und ein Stück Vergeßlichkeit, dies alle nicht allzu ernst zu nehmen – und doch ernst genug.
Foto: Michaela Reich

Es hat sich wohl schon herumgesprochen: Perfekt gibt es einfach nicht. ABER man darf versuchen , sich daran zu orientieren. Und dazu gibt es Regeln, die man kennen sollte, Techniken, die beherrscht sein wollen und ein Stück Vergeßlichkeit, dies alle nicht allzu ernst zu nehmen – und doch ernst genug.

Geschenke sind willkommen

Sicherlich kann man durch die Gegend fahren und mit offenen Augen nach Motiven und Situationen suchen. So etwas ist erlaubt und führt oft auch zu Ergebnissen – oft aber auch nicht. Denn zu 90 % hat man zwar eine total schöne Sicht, aber leider die falsche Tageszeit. Hat man die richtige Tageszeit, dann ist es das falsche Wetter. Ist das Wetter gut, die Sonne steht am besten Platz und im Motiv ist alles stimmig, dann fehlt nur noch EINES – man hat keine Kamera dabei.

Das Fotografenleben ist hart und mit Gemeinheiten gespickt. Dennoch ist alle Mühe vergessen, wenn dann endlich das perfekte Foto “im Kasten” ist. So ähnlich dürfte sich eine junge Mutter nach der Geburt fühlen – erschöpft aber glücklich. Und ein Foto ist ein ähnlicher Prozeß – sogar den dicken Bauch hat man gemeinsam (aber das ist ein anderes Thema … hüstel).

Letztendlich ein ein perfektes Foto ein Geschenk. Gleichgültig, ob Landschaft, Portrait oder sonst etwas. Sobald es sich um etwas Lebendiges handelt, gilt es den perfekten Moment zu erwischen und DAS Lächeln, DEN Blick oder DEN Sonnenschein zu erhaschen. In seinem Buch ZWEI MINUTEN hat ein Profifotograf (Paul Ripke) diesen Aspekt in gelungener Weise eingefangen. In einem Shooting gibt es (oft) einen magischen Moment, diese ZWEI MINUTEN, in denen das Model uns etwas schenkt. Bei Landschaften fahren wir vielleivcht 5-mal, 10-mal oder noch öfter raus, um diesen Moment zu erwischen. Die Berge, Bäume, Hügel, Wellen … alles ist immer da, doch es fehlt “die Magie”. Und darum versuchen wir hier zu beobachten und dementsprechend zu planen … und DANN geht es los.

 

Vorbereitung ist alles

Üblicherweise habe ich immer eine Kamera dabei. Mindestens die im Telefon. Aber auch gerne eine kleine MicroFourThird-Kamera reist mit mir in meiner Tasche mit. Kein großes Equipment mehr. Nur eine Kamera und ein Objektiv. Das reicht erst einmal aus. Sehe ich ein potentielles Motiv außerhalb der 100%-Perfektwelt, dann mache ich das Foto dennoch, um es mir zu merken.

Für die Planung unentbehrlich

Eine weitere Vorbereitung mache ich, indem ich mit einem Tool die Lichtsituation beurteile. Wann steht die Sonne wo und wo geht sie unter. So kann ich vorher schon sehen, daß meine Motivwelt im Schatten liegen und so sich mir vielleicht entziehen würde. Ein prima Tool dazu ist für mich TPE (im Apple Store) The Photographer´s Ephemeris.

Ganz wichtig ist es, ein halbes Pfund Hartnäckigkeit mit sich herumzuschleppen. Wenn so ein perfektes Foto auch ein Geschenk ist, so will es doch erobert werden, wie eine Jungfrau. Es will entdeckt, umworben und umgarnt werden, bevor es seine volle Pracht hergibt. 😉

Das Equipment

 

Das richtige Werkzeug ist wichtig – aber gerne auch überbewertet

Für ein perfektes Foto braucht es das perfekte Equipment. Perfekt heißt natürlich auch sündhaft teuer, denn nur eine teure Kamera macht gute Fotos. Glaubt man den Stammtischfotografen, dann höre ich grad ein lautes Amen (wie in der Kirche). Doch weit gefehlt. Dem ist garnicht so (und sowas sagt der Phase One Typ, is klar).

 

Aber mal ganz ehrlich. Ein Foto ist doch erst fertig, wenn es gedruckt ist. Und dann bleiben wenige Stufen Dynamikumfang übrig. DANN nutzen mir die 15 Blenden Dynamikumfang auch nichts mehr. (aber VORHER durchaus, doch das lassen wir mal links liegen).

Mit den heutigen Kameras kann man doch schon fast alles sehr gut fotografieren. Doch was nutzt die Kamera, wenn der stolze Besitzer diese nicht beherrscht? Er muß sie im Schlaf kennen. Im Dunkeln einstellen können, wissen wo welche Einstellung liegt und welcher Knopf verhindern kann eine andere Einstellung zu bedienen. Da gäbe es für jede Kamera Gemeinheiten genug, die alles versauen können. Plötzlich hakt es hier oder da oder man verwechselt in der Eile etwas. Gibt es nicht? Aha, da erinnere ich mich an ein Shooting, welches (fast) daneben ging, weil die Voreinstellung von den Langzeitbelichtungen/Nachtaufnahmen noch den hohen ISO-Wert gespeichert hatte. Diese Liste ist beliebig erweiterbar.

Man muß nicht zig Objektive besitzen. Nur 3 (drei!) Stück dürften in der Regel ausreichen um hervorragende Bilder zu schießen. Nein, Zwischenfragen nach meinem Bestand sind hier grad nicht zugelassen.

Der Durchblick gefiltert

Oft verpönt und doch so wahnsinnig wichtig sind die guten alten Filter. Egal, ob es Schraubfilter sind, oder die Aufsteckfilter, die in einen Rahmen gesteckt werden. Filter retten so manch ein Detail. Ich selbst habe immer einen UV-Filter drauf. Zusätzlich verwende ich dann gerne Verlaufsfilter, um den Himmel besser zur Geltung zu bekommen (=oben abdunkeln) oder einen oder zwei Filter, um das ganze Bild abzudunkeln. dadurch kann ich die ISO-Zahl klein halten und die Blende bei meiner bevorzugten Blende 11 und bekomme so ein “perfektes Foto”.

Zu guter Letzt

Der wichtigste Tipp folgt zum Schluß. Immer schon die Freude behalten. Denn die Fotografie ist in sich selbst schon eine schöne Sache und die Jagd ist schon die halbe Miete. Es geht doch um die Freude und am Ende haben wir doch immer “unser” Motiv erwischt … früher oder später.

Video

Und hier auch noch ein Video  in voller “Schönheit” mit einem gute Laune Song 😉

Viel Spaß

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