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Buchportrait: New York, Reuel Golden

Fotobücher für einen Fotografen? JA, ein unbedingtes MUß. Und es sind eher selten die Bücher der aktuell angesagten Fotografen, die den meisten Charme haben. Mag es an meinem Alter liegen oder doch ein wenig an meiner Begeisterung für die analoge Fotografie? Ich weiß es nicht. Doch bei einigen Fotos staune ich einfach mit offenem Mund über die Spannung, Strahlkraft und Fähigkeit zum Geschichtenerzählen.

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Fotobücher für einen Fotografen? JA, ein unbedingtes MUß. Und es sind eher selten die Bücher der aktuell angesagten Fotografen, die den meisten Charme haben. Mag es an meinem Alter liegen oder doch ein wenig an meiner Begeisterung für die analoge Fotografie? Ich weiß es nicht. Doch bei einigen Fotos staune ich einfach mit offenem Mund über die Spannung, Strahlkraft und Fähigkeit zum Geschichtenerzählen.

Andererseits könnte man entsetzt sein über die technischen Mängel. Heute würde die “Community” über die Fotografen herfallen und diese zerreißen. Oft sind es dieselben, die Fotos mit einem Finger wegwischen und vergessen. Ein Foto braucht doch Zeit zum Reifen bei der Entstehung und Zeit, um gesehen zu werden. Ich meine, ein Foto ist gelungen, wenn es zum Innehalten einlädt. Oder etwa nicht? Old school? Vielleicht, aber manches war früher wirklich besser – vieles aber auch nicht.

Ein Bilderbuch über New York

Bildband New York von Reuel Golden

Kaum eine Stadt wurde bereits so oft fotografiert, besungen und bestaunt wie The Big Apple (New York). Die Spanne reicht von Molloch, Sündepfuhl bis hin zur Glorifizierung. An New York scheiden sich manche Geister. Und diese Spannung versuchte der Fotograf Reuen Golden die Stimmungen dieser Millionenstadt zu erfassen. Dabei drang er beinahe schamlos auch in die Abgründe des Menschseins hinab und zeigt im nächsten Atemzug  die sogenannte “feine Gesellschaft”.

Das Buch ist ein kleines (großes) Monstrum mit 560 Seiten (500 Abbildungen) prall gefüllt mit farbigen und monochromen Bildern. Prägnante Texte zieren hin und wieder die Seiten und werden freundlicherweise gleich in 3 Sprachen aufgeführt. Sicherlich hatte das auch praktische Gründe, vermittelt aber (ungewollt?) auch einen internationalen Charme.

Und so präsentiert uns der TASCHEN-Verlag – produziert übrigens von Benedikt Taschen – eine Sammlung an Fotos, die versuchen diesen flüchtigen Geist und wirren Charme einer Weltmetropole einzufangen. Gegensätzlich wie Genie und Wahnsinn, so auch dieses Buch. Geniale Fotos die sofort fesseln  und direkt auf der nächsten Seite Bilder, die zuerst ein Fragezeichen auslösen.

Was kann mir diese Sammlung an Bilder nützen?

Zunächst einen Eindruck der Vielschichtigkeit einer Stadt. Selbst eine nichtssagende Stadt, die manch einer als häßlich ansieht, hat Ansichten, die einen sehenden Fotografen brauchen und schon kann ein Stück Kunst entstehen. Vielleicht nicht die “ganz große Kunst” (was auch immer dies sein mag), aber doch kann ein Foto das Herz eines Einzelnen berühren und ein Stück Ewigkeit im Herzen anrühren oder einfach nur ein Lächeln – wer weiß so etwas schon vorher?

Und genau darum mag ich solche Bücher. Ich bin halt ein bibliophiler Mensch. Ein Foto ist fertig, wenn ich es in Händen halten kann (mein Motto) und genau dies bieten Bücher. Wenn sie liebevoll zusammengestellt oder geschrieben wurden und dann noch handwerklich sauber gefertigt, dann können sie inspirieren und zu eigenen Kreationen verführen. Der Mensch wurde mit einem Schöpfergeist ausgestattet – darum genieße ich dies in vollen Zügen solange ich atme.

Ich frage mich auch manchmal, ob es immer diese absolute Schärfe bis ins Detail sein muß. Ist die Megapixelmonsterkamera überhaupt so wichtig, wie man es uns glauben machen will? Immerhin hatte so ein Negativ eines Kleinbildfilm (heute sagen Manche, es sei das “Vollformat”) grade mal 6 Millionen Megapixel (so in etwa, je nach Film und Körnung). Und gab es da nicht schon großartige Fotos mit Schärfe und allem, was ein gutes Foto braucht?

Ja, ich weiß, das sagt grad der Richtige … aber genau deshalb hinterfrage ich mich manchmal – mich und meine Arbeiten. Ich will mich weiter entwickeln und meine Fotos von morgen sollen besser sein, als die von gestern (falls sie es je waren).

Boah ey, nun platzte wohl grad ein wenig die philosophische Ader in mir … aber egal, ein Buch darf bewegen, anregen und manchmal auch aufregen. Nur plumpe Reize will ich vermeiden. Mir gefällt mein neues Monster auf jeden Fall. Langsam wird es eng im Regal (kein Wunder bei > 1.500 Büchern und mehr) … aber das bringt mich auf eine Idee …

New York – das sind nicht nur Gebäude …

Ganz zum Schluß noch ein Hinweis in eigener Sache

Auch wenn ich gelegentlich Links setze, die manchmal einen Vorteil (affiliate link) bringen, so werde ich niemals ein Produkt testen oder empfehlen, welches ich nicht selbst voll und ganz unterstütze – oder meist selbst benutze und auch bezahle. Manchmal bekomme ich ein Leihgerät oder Proben. Ich bin aber nicht berühmt genug, um teures Equipment von der Industrie mir schenken zu lassen. Ich muß davon auch nicht leben – ich habe einen Job und sehe zuversichtlich in Richtung Rente. Dann habe ich noch mehr Zeit für meine Fotografie – und euch, meine Blog-Leser.

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Comments (1)

Ein Buch von dir in dieser Art Stelle ich mir spannend und inspirierend vor.

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