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Belastungstest der neuen Phase One XF-“Diva”

Nun besitze ich die Phase One XF also schon einige Wochen, doch so richtig intensiv kam sie noch garnicht zum Einsatz. Doch was nicht ist, wird sicherlich noch werden. Und so war der nächste “Foto-Laub” schon gebucht. Einfach Urlaub machen kannn ja jeder – doch Fotografie mit Erholung kombinieren ist eben Foto-Laub= Fotourlaub.

Drei Boliden:

Mamiya RZ67 PRO (II)

Mamiya RZ67 PRO II // – Mittelformat mit 6 x 7 cm Filmnegativ

Die Digitale

Mamiya/Phase One 645 (+F)

MEINE große Lady – immer noch gut für ihr “Alter”

Die “Diva”?

Phase One XF

Phase One XF – die “Diva”?

Von Anfang an

Angefangen hatte das Ganze ganz unschuldig. In den 1980ern hatte ich mein eigenen Fotolabor mit Kleinbildformat und viel Spaß dran. Viele Jahre später kam dann die digitale Welt und analog war tot – eigentlich. Wäre da nicht so ein “Hamburger Jung” gewesen, der in einem Vlog stolz von seiner Mamiya RZ67 erzäht hatte. Tja, und das Teil konnte Wechselkassette für versch. Filme UND auch noch Polaroids verwursten. Das war doch DER Hammer und ein schönes “give away” für meine Kunden; Direkt zum Mitnehmen und freuen auf die anderen Fotos. Wenn heute der Name Paddy fällt, dann bekommt meine Frau so einen ganz merkwürdigen Blick … ich weiß auch nicht 😉 .

Aber wie der Mann meiner Frau halt so ist … es bleibt ja nicht dabei. Man kann da auch digitale Rückteile dranschrauben? Dann nix wie los und “nur mal gucken”. Viele Anbieter gab es da ja nicht und leider der Gebrauchtmarkt damals auch noch dürftig – und wenn, dann nicht gut genug. Die Besitzer, die es offensichtlich ja gab, wollten sich einfach nicht von ihrem Zeugs trennen. Na gut,was soll´s. Dann eben nicht.

Ach so, man könnte sich ja mal bei Phase One melden, für einen Test. Bestimmt kommen die sofort und sind stolz auf eine derartige Anfrage … neeee, is klar. (Ironie off) Die ahheben nur auf MICH gewartet … und so habe ich es auch gleich wieder vergessen.Die Folgen waren schrecklich und innerhalb von etwa 6 Monaten war der Erstkontakt mit “meinem Dealer Stefan” (ein super Typ!) hergestellt, eine Leihstellung und später dann der Kauf eines Systems mit der Mamiya 645+F als Phase One 645+F, die bis heute gute Dienste leistet. Keine größeren Störungen oder Ausfälle waren zu vermelden – und wenn, dann hat Phase One vorbildlich geholfen.

Fast drei Wochen “Intensiv-Flitter”

Vor einigen MOnaten kam es dann zum Upgrade auf die Phase One XF. Nun besitze ich die Phase One XF also schon einige Wochen, doch so richtig intensiv kam sie noch garnicht zum Einsatz. Doch was nicht ist, wird sicherlich noch werden. Und so war der nächste “Foto-Laub” schon gebucht. Einfach Urlaub machen kannn ja jeder – doch Fotografie mit Erholung kombinieren ist eben Foto-Laub= Fotourlaub.

Es sollte nicht Karibik oder ein weit entferntes Ziel werden – und da ich die Entscheidung der holden Weiblichkeit überließ, kam prompt die Nordseeküste raus. Sankt Peter Ording hatte ich schonmal gehört, aber so richtig klingelte bei mir nichts. Auch die Googlerecherche war eher – ich sage es mal so – etwas “konservativ”. Gewaltige Klippen oder Spektakuläres war wohl eher Fehlanzeige. Also mußte nicht nur eine Megakamera gefordert werden, sondern auch Gehirnschmalz. Nix da mit Kamera hochwerfen und es wird schon was tolles drauf sein … schade.

Die Basics

Wir sprechen hier von einer echten Mittelformatkamera, die modular aufgebaut mit unterschiedlichen Backs (=digitalen Rückteilen) ausgestattet werden kann. Grundsätzlich wird diese STrategie von Phase One, dem dänischen Hersteller konsequent verfolgt – und das wohl mit viel Erfolg. Immerhin finden diese Kameras Verwendung in der Mode- und Autoindustrie. Dort, wo es auf absolute Perfektion ankommt, ist sie zuhause.

Ja, und warum hab ich so ein Ding? Keine Ahnung. Wahrscheinlich bin ich einfach nur verrückt genug, mich nach dem Besten zu orientieren und liebe es einfach. Leider hat mich Mercedes oder BMW noch nicht als Fotograf entdeckt; ich befürchte, sie wären auch enttäuscht. Denn nicht allein die Kamera macht das Foto .. aber das ist ein anderes Thema.

In diesem Test soll es auch alleine um die Möglickeiten des Kamerabodies gehen – also der eigentlichen Phase One XF. Die digitalen Rückteile haben andere Bezeichnung, wie P30, … IQ140 bis 250oder aktuelle Modelle IQ1 oder IQ3 mit 50, 80 oder 100 Megapixel. Zum Thema Objektive komme ich später noch. Denn hier ist wirklich Spaß zu finden.

Langzeitbelichtungen

Als erste Funktion begann ich einen Sonnenaufgang abzulichten. Das Spiel mit den langen Belichtungszeiten bei Blende 11 war eigentlich eine Fingerübung – und hat doch so richtig Freude gemacht. Morgens früh um 4 Uhr aufstehen und den Standort aufzusuchen, war schon schön … schön frisch und windig.

Hier hat sich der Lichtschachtsucher, den ich dem Prismensucher vorgezogen hatte, echt bewährt. Auch ein paar Gramm weniger an Gewicht, was aber gemessen am Gesamtvolumen eher minimal ist. Ich habe mich hier gegen den Einsatz von Filtern entschieden, um die Leistung des Sensors ausreizen zu können – außerdem war es schon dunkel genug und hätte mir in den dunklen Bereichen viel genommen.

Foto: Holger Reich, Wupperfotografie

Im nächsten Schritt ging es in das genaue Gegenteil. Die Sonne im Zenit (da geht doch kein Mensch fotografieren, oder?) ging es zum Böhler Leuchtturm. Auch hier war das Stativ Pflicht. Erst jetzt fällt mir auf, daß ich die ganze Zeit den Gurt dran gelassen habe – was man doch besser nicht machen sollte. tztztz Anfängerfehler, aber hat sich wohl aus Transportgründen so ergeben.

Da fällt mir ein, daß es für meine “Kleinen” einen prima Wechselgurt gibt. Warum nicht für Phase One und ähnliche “Boliden”? Vielleicht sollte ich mir dazu mal Gedanken machen? oder hat Jemand einen Tipp?

Poster Wupperfotografie

Steht die Sonne im Zenit, dann geht der Fotograf zur Pause – ich diesmal nicht so. Wollen wir mal schauen, wei sich hier das Handling so anstellen läßt. Und ich muß sagen: Gut. Da ich die kamera üblicherweise (fast) immer auf den Stativ benutzt, ist die Handhabung auch recht simpel. Als angenehm erweist sich der Lichtschachtsucher. Nur seltsam, wenn die Passanten völlig verblüfft dem “profi” zuschauen, wie er von oben in die Kamera schaut … und Papa sachkundig meint, “der Fotograf ist wohl profi und arbeitet mit altem Film”. 🙂

Dank der Filter kann ich auch mit ISO50 und den unterschiedlichsten Belichtungszeiten das Bild gestalten; lange Belichtungszeiten lassen unliebsame personen “verschwinden” ohne das Bild zu arg überzubelichten.

Bis hier hin

Über die weiteren Möglichkeiten der Kamera werde ich später eingehender Stellung nehmen. Insgesamt bin ich ziemlich verliebt in diese Kamera und bekenne offen, daß diese XF einen deutlichen Sprung in der Entwicklung gemacht hat. Beinahe hätte ich Quantensprung gesagt, doch ist der ja ein Winziger!).

Natürlich ist eine Mittelformatkamera nichts für den Spaziergang am Strand oder den romantischen Abendspaziergang mit seiner Jugendliebe. Dafür gibt es andere Systeme, die durchaus gute Bilder liefern und die Hände frei lassen können. das Sonennaufgangsfoto mit Kamera habe ich tatsächlich mit meinem Apfeltelefon gemacht – warum auch nicht.

Fazit:

Ich bin (Überraschung!) begeistert von meinem Erwerb und bereue nichts. Mehr auf die Ohren gibt es später.

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