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Amateur besser als Profi

Ich bin kein Profi. So, jetzt ist es raus. Doch warum nehme ich Geld für meine Arbeiten? Ist es nicht eine Abwertung, wenn man zugeben muß, daß man doch “nur” ein Amateur ist? Ich habe zu diesem Thema eine ganz bestimmte Meinung – wenngleich ich da auch nicht immer auf Verständnis stoße.

Ich bin kein Profi. So, jetzt ist es raus. Doch warum nehme ich Geld für meine Arbeiten? Ist es nicht eine Abwertung, wenn man zugeben muß, daß man doch “nur” ein Amateur ist? Ich habe zu diesem Thema eine ganz bestimmte Meinung – wenngleich ich da auch nicht immer auf Verständnis stoße.

Besser als jeder Profi

Holger Reich – Ihr Fotograf

Ich meine nicht, meine Bilder seien besser (oder schlechter). Vielmehr bin ich besser in Sachen

  • – Freie Entfaltung
  • – finanzielle Unabhängigkeit
  • – Keine Bindung an Konventionen.

Ich betreibe ja ein Gewerbe als Fotograf – doch bin ich finanziell unabhängig in meinen Entscheidungen. Solange meine Bank und Finanzminister da mitspielt.

Unabhängigkeit in Sachen Equipment

Der Profi arbeitet um des Profites willen. Dies ist auch nicht verwerflich anzuschauen. Der Bäcker backt sicherlich gerne die Brote, doch er verkauft diese, um nicht nur Brot essen zu müssen. Will jemand nicht nur schöne Fotos haben, dann muß er diese irgendwie zu Geld machen – will er davon leben, umso mehr. Und dann entscheidet auch das vorhandene Kleingeld, welches Equipment infrage kommt und welches nicht.

Und auch hier hat der Amateur den Vorteil der (relativen) Unabhängigkeit. Die Ausgaben müssen nicht zwangsläufig mit den Einnahmen übereinstimmen. Da auch der Amateur steuerpflichtig ist, darf man natürlich das Steuerrecht nicht außer Acht lassen.

Und so fällt dem einen oder andere Profi auch schon einmal die Kinnlade auf die Brust, wenn er einem “Hobbyknipser” begegnet, der ganz selbstverständlich nutzt, was der Profi sich nicht leisten kann oder will – oder einfach unwirtschaftlich ist.

Unabhängigkeit in Sachen Inhalte/Content

Kreativität ist Ansichtssache

Alle reden von Kreativität, doch wie kreativ darf ein Profi denn sein, wenn es um einen Auftrag geht? In der Praxis hat der Auftraggeber, der oft viel Geld ausgibt, doch eine klare Vorstellung vom Ergebnis. Dabei ist es gleichgültig, ob das Shooting 29,00 € oder 2.900,00 € kostet. Wer die Musik bezahlt, der bestimmt auch die Songs.

Darum darf sich der Fotograf auch zurücknehmen, zuhören und letztendlich ausführen, wozu er eingekauft wurde. Sicherlich kann man Inputs geben und Anregungen, doch letztendlich zählt die Meinung des Auftraggebers. Es kann soagr sein, daß das “schlechtere” Foto aus unserer Sicht dem Kunden besser gefällt und gewählt wird. Aber ER ist Maßstab für Kundenzufriedenheit – sonst niemand.

Unabhängig in Sachen Finanzen

Geld regiert nicht die Welt

Vollkommene Unabhängigkeit hat der Amateur natürlich auch nicht. Und da ist nicht nur das Finanzamt wachsam auf der Hut. Auch der ganz persönliche Haushalt steht da i.d.R. wachsam auf der Ausgabenseite und prüft gründlich, on die Ausgabe wirklich nötig sei.

Aber letztendlich wird der Haushaltsvorstand den Rechenkünsten des Künstlers nachgeben müssen – wenn, oder besser falls die Fianzierungsseite auch wirklich nachvollziehbar und “sinnvoll” ist.

Mein Fazit

Und so kann man es wohl nicht so eindeutig festmachen, wie es die Überschrift suggerieren mag. Der Amateur handelt aus Liebe – der Profi zuerst aus Profitgründen. Das Eine ist so gut, wie das Andere. Doch ist es absolut lächerlich, wenn sich Amateure als Profi darstellen, nur um Anerkennung zu bekommen. Wenn ein Shooting für 30 oder 40 Euro verkauft wird, dann noch ein Kleingewerbe betrieben wird, dann ist man halt doch ein Amateur. Warum auch nicht? Man tut es aus Liebe. Immerhin wurden die größten Taten der Menschheit aus Liebe geschaffen. Ich finde das nicht anrüchtig.

Allerdings erlaube ich mir auch nicht, meine Arbeit (Fotos, Fotoblog etc.) deswegen nachlässig zu betreiben. Gerne möchte ich fachlich besser sein, als der Profi und zumindest meinem persönlichen Maßstäben von Qualität und Content gerecht werden. Darum halten mich mache Zeitgenossen für einen Profi (was ja auch nicht schlecht wäre), doch mich treibt sie an, die AMARE=Liebe=Amateur.

Schlußwort:

Also bin ich nicht besser – und nicht schlechter – als der Profi, sondern ich bin besser dran (in manchen Dingen).

Wie erlebst du deine eigene Situation und wie reagiert deine Umwelt darauf?

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Comments (2)

Ein toller Beitrag. Er gefällt mir gut. Ich fange jetzt kein Fachgelaber an.
Ist eine gute Einstellung die Du hast. Respekt!

Danke für dein Feedback – und weiterhin viel Freude und gutes Licht bei den nächsten Fotos
🙂

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